Epistula

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Er-Klärung

Manches, was passiert, was wir tun und sagen, braucht eine Erklärung, um wirklich verstanden zu werden. Manches ist selbsterklärend und führt von sich aus zur Klärung. Die Evangelien im Advent führen uns auf das Fest der Geburt Christi hin. Wenn wir von den Zeichen hören braucht es eine Erklärung, worauf sie und ihre Deutung hinweisen, doch klärt es sich in Blick auf Weihnachten.
Johannes selbst ist ein Zeichen und er erklärt seine Mission. Doch braucht sein Bild vom Aufschnüren der Schuhe wiederum Erklärung. Eltern, die ihren Kindern die Schuhe schließen/zubinden müssen, kennen den Dienst, von dem Johannes aber sagt, er sei nicht würdig diesen auszuüben.
Erst nach dieser Selbsteinführung kann Johannes berechtigterweise Zeugnis ablegen von Jesus dem Christus. Doch all das bleibt noch relativ nebulose. In der Verkündigungsszene des Engels mit Maria wird deutlich, worin all das mündet: in der Erfüllung des (Heils-)Geschehen, in der Geburt Jesu, in der Inkarnation Gottes, in der Entäußerung des Wortes. In der Christmette lässt sich also dann fragen, habe ich etwas verstanden, ist mir etwas klar geworden?

womit leben?

Wir alle haben Talente, Charismen, Eigenschaften. Manche erleichtern uns das Leben, manche führen dazu, dass uns andere bewundern, manche machen es für uns nicht gerade einfacher. Vielleicht würde die eine oder der anderer sagen, das ist mein Kreuz, mit dem ich leben muss.
Wer begnadet ist, dem fällt alles oder einiges leicht oder in den Schoß. Wir können es spirituell deuten, dann ist es Gott, der mit uns ist. Im Tod erfüllt er bei uns, was noch an Liebe fehlt.
Töricht handeln die Jungfrauen - sie wissen es halt nicht besser, oder sie meinten besonders clever zu sein. Wir haben gelernt, dass es gut ist, sich auf Gott zu verlassen, doch dass man trotzdem dass seinige mittun muss. Um im Bild der aufgefüllten Liebe zu bleiben, es muss etwas da sein, dass man auffüllen kann.
Talentiert im Umgang mit den Talenten (dem Geld und den Fähigkeiten) sind die einen, während die anderen nichts vergeuden wollen, nichts einer Ungewissheit aussetzen wollen und eben deshalb scheitern. Das Leben ist immer ein Wagnis.
Am Ende stellt sich heraus, was richtig war, dann wird man "gerichtet". Das Kriterium ist überraschend, aber wäre eigentlich einfach zu erfüllen gewesen, wenn man gewusst hätte, worum es geht. Man dient Gott, weil man den anderen Menschen hilft.
Mit welchen Talenten leben wir - was leben wir?

unwürdiges Spiel?

Wie oft treiben wir Menschen ein unwürdiges Spiel, sind wir in unserem Hass, in unserer Verachtung gefangen und verletzen Menschenwürde und Achtung. Sind diese Haltungen und Handlungen entbehrlich, oder können sie auch helfen, uns unserer verschrobenen egoistischen Gedanken bewusst zu werden.
Verworfen hat der Gutsbesitzer seine Pächter, sie haben zuvor schon seinen Ansinnen, dass sie ihm Pacht schuldig wären verworfen. Das ganze ist ein ziemlich unwürdiges Spiel und endet mit Mord und Verwerfung.
Der König hat zur Hochzeit geladen, doch dann ist er geladen, weil die Geladenen nicht kommen, mehr noch weil ein dann von der Straße geholter, nicht hochzeitlich gewandet ist. Er zeigt keinen Respekt.
Darf man, was man tun möchte, was sich logisch anbietet, oder darf man nicht? Für die Juden stellte sich die Frage, ob man dem Kaiser Steuern zahlen darf. Jesus meint, es sei eines gläubigen Menschen nicht unwürdig für das Gemeinwohl etwas beizutragen, also Steuern zu zahlen. Man müsse nur wissen, was wem gehört, man dürfe den Staat nicht mit Religion, den Kaiser nicht mit Gott verwechseln.
Fangfragen haben früher Prüfende gestellt - manchmal. Hat es dieser notwendig oder ist es notwendig, um den Prüfling auf etwas aufmerksam zu machen, dass man denken und nicht nur auswendig Gelerntes nachplappern soll. Jesu Antwort beschämt den Frageneden. Dir fehlt die Liebe.