Epistula

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Auf der Sonnenseite des Lebens

Glücklich, wen die Geburt, das eigene Können oder das der Eltern auf die Sonnenseite des Lebens gebracht hat. Wer also reich, gesund und bei Verstand ist, hat keine Sorgen – oder doch. Die Evangelien der nächsten fünf Sonntag zeigen uns, dass daraus ganz eigene Sorgen oder Fragestellungen entstehen können.
Die scheinbare Sonnenseite hier, kann die Nacht im anderen Leben zur Folge haben. An was haben wir uns alles gewöhnt, was brauchen wir nicht alles, weil wir schon alles haben.
Dankbarkeit für das was wir haben, Leben als Dienst ist nicht so einfach, schließlich könnte es immer noch mehr sein. Auch ohne gleich an Korruption zu denken, wollen wir uns manchmal „Rechte“ bei  Gott erwerben.
Wir bedanken uns überschwänglich beim Arzt, der uns geheilt, beim Chirurgen, der uns operiert hat. Der Anästhesist geht schon leer aus. Das unsere Heilung auch etwas mit  Gott zu tun haben könnte, blenden wir ganz und gar aus. Die Sonnenseite des Lebens haben wir uns erworben.
Glücklich, wer in einem Rechtsstaat lebt, glücklich, wem Recht gesprochen wird. Manchmal geschieht dies durch Menschen widerwillig. Erfahren wir Gottes Tun, erfahren wir Gottes tun als gerecht machend?
Gott sei es gedankt, dass ich anders bin als die anderen Menschen – das denkt sich der Pharisäer, dafür dankt er Gott und zeigt damit, dass er nichts verstanden hat. Auch in der Frömmigkeit gibt es Hybris.
 

Konsequenzen

Christi Himmelfahrt hat Konsequenzen für die Jünger. Sie sind nun endgültig auf sich gestellt, auch wenn sie nicht allein gelassen sind. Der Geist Gottes wurde ihnen gegeben. Zu Pfingsten wird dies gefeiert. Die Geistgabe ermutigt und stärkt sie fortan ihren Glauben auszubreiten. 

Da sie nun diesen Geist empfangen haben, sind sie  bereit für "die ganze Wahrheit", wie wir am Dreifaltigkeitssonntag hören werden. Dies Wahrheit  stellt sich im Blick auf das Fest als sehr schwierig heraus. Wie sind Vater, Sohn und Geist zu verstehen, aufeinander bezogen und für unser Leben relevant?

Am Sonntag danach sagt uns Paulus im Galaterbrief, wir alle seien "durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus". Im Evangelium stellt Jesus die Frage, für wen ihn die Leute halten. Wer sind wir als Christen? Wie zeigt sich das im Leben, das andere uns als Christen erkennen. das verlangt konsequentes Leben und hat für unser Leben Konsequenzen.

Am Herz-Jesu-Sonntag wird uns dafür ein Hinweis gegeben. Als Christen sollen wir Freude am Wohlergehen der anderen haben. Freude, weil sich jemand wieder gefunden hat, jemand gefunden wurde. In der Freude für andere wird auch Jesus weites Herz erkennbar. Dieses sollen auch wir annehmen.

offenbaren

Jesus muss nach seinem Tod und seiner Auferstehung den Jüngern immer wieder neu und anders kundtun, dass er noch immer dieser Jesus von Nazareth ist, wenngleich in einer neuen und anderen Weise. Sie können und wollen es nicht einfach verstehen, fehlt doch letzlich auch der Begriff. Was heißt Auferstehung. Wir lesen zu den Evangelien nicht die Apostelgeschichte, also die Erlebnisse der jungen Christengemeinschaft, die da und dort zur Gemeinde wird, sindern die Offenbarung.
Zunächst sind die Jünger voll Furcht und Jesu muss ihnen diese nehmen und zugleich klären, dass man an ihn glaben kann, ohne ihn in dieser neuen Weise gesehen zu haben. Thomas macht diese Erfahrung. In Gemeinschaft ob in der kleinen Schar der Jünger, oder in der zahllosen wie sie in der Offenbarung beschrieben wird, ist letzlich unbedeutend, ist es möglich, die Erkenntnisse und die Erfahrung zusammenzutragen.
Die Obsorge für die Herde inkludiert auch das Freigeben, ein Weiden-Lassen. Sorge und Freiheit werden zum neuen Kennzeichen des Auferstandenen.
Gott wird unter den Menschen Wohnung nehmen und für sie da sein. Er wird ihre Tränen trocknen, die der Freude und die des Schmerzes. Möglich ist dies nur, wenn man liebt. Diese Liebe wiederum ist das Kennzeichen von Leben in und mit Gott, realisiert im Auferstandenen.
Mit der Herrlichkeit Gottes, mit seiner Liebe ist alles möglich. sie erträgt Abwesenheit, sie hat als Gabe den Frieden und den Hl. Geist. Sie bereitet auf dass neue Leben nach Pfingsten vor.

Jesus, der Christus, muss all das immer wieder neu den Jüngern sagen, wir müssen es immer wieder neu an uns heranlassen, um es zu  verstehen. Nicht nur Gott offenabrt sich, auch wir werden offenbar.