Epistula

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Selbstverständnis

Wieviel Selbstverständnis haben wir Gläubige? Was gehört denn zum Glauben eigentlich dazu? Es erscheint wie eine Selbstverständlichkeit, doch ist es keine: Manchmal fällt es schwer, Gott um Konkretes zu bitten. Das erscheint zu banal, man will Gott damit nicht belästigen. Jesus fragt den blinden Bettler, was er möchte: wieder sehen können.
Als Antwort auf die Bitte um Heilung, manchmal auch schon vorweg als Apriori, hören wir Gottes Wort, das uns Heilung, Heil-Sein zuspricht. In den Seligpreisungen zu Allerheiligen hören wir was Jesus den Beladenen, Verfolgten, Trauernden, Hungernden etc. verheißt.
Wirksam kann dies nur werden, wenn wir Gott als Gott erkennen und akzeptieren, das heißt von ihm auch Heil und Heilung erwarten. Im Markusevangelium wird wiederholt, was uns aus dem Deuteronomium bekannt ist: Gott ist der einzige, der Herr. Er ist ein personaler, uns liebender Gott.
Wegen dieser Liebe sind auch wir fähig zu lieben und anderen zu helfen, also zu teilen und zu geben. Die Witwe gibt von dem Wenigen, was sie hat noch Elija. Dafür versiegt der Mehltopf und der Ölkrug während der Dürreperiode nicht. Im Markusevangelium wirft die Witwe ihren ganzen Besitz in den Opferstock. Ihre Haltung wird deshalb von Jesus gelobt.
Welche Not ist am dringendsten, was ist zu tun? Das braucht die Unterscheidung der Geister, das braucht die Fähigkeit die Zeichen (der Zeit) zu erkennen. Im Kirchenjahr hat dies immer auch mit dem Ende Jesu zu tun und wird und wurde auch immer apokalyptisch gedeutet.
Es geht um das, was wir am Christkönigssonntag feiern, das Königtum Jesu, das nicht von dieser Welt ist.
 

Gebote

Jesus fordert radikale Trennung von den Dingen, die uns verführen. Das Wort vom Mühlstein um den Hals, das Abhacken der Hand oder des Fußes, das Ausreißen des Auges, all das klingt radikal und unerträglich. Dieses scheinbar unmenschliche Gebot kann durch unsere eigenen Erfahrungen eine neue Deutung erhalten. Es ist leichter uns von dem, was uns „verführt“ ganz zu trennen, als zu meinen, wir müssten nur besser achtgeben, wir könnten uns irgendwie arrangieren.
Das Gebot des darauffolgenden Sonntags ist das Gebot des Beisammenbleibens. Gott hat man und Frau geschaffen, sie sollen sich nicht wieder trennen. Die Treue zum eigenen Weg, mit allen Schwierigkeiten und Hindernissen ist so wie ein Kind anzunehmen, von dem man nicht weiß, wie es sich entwickeln wird, wohin es gehen wird. Das Kind also um seiner selbst willen annehmen.
Dem Beisammenbleiben steht das Gebot gegenüber loszulassen, die eigenen Talente, Hab und Besitz. Das fällt manchen sehr schwer. Das Geschenk dafür ist das Himmelsreich, geglücktes Leben hier und jetzt. Was gilt es loszulassen, um frei zu werden für das wichtige im Leben.
Unsere Verantwortung in der Gesellschaft kann man nicht wahrnehmen, indem man sich um die vordersten Plätze streitet, sie realisiert sich nur im Dienst. Doch ist nicht all unser Tun auch ein Dienst, eine Hilfe für andere, manchmal dienen wir nur uns selbst, unseren Egoismen. Jesus erwartet ein selbstloses Dienen. Schaffen wir es, auch dieses Gebot ernst zu nehmen?

Leben haben

Wir alle wollen leben, nicht nur gut (im Sinne von Wohlstand), sondern auch glücklich. Unser Leben soll glücken. Die Religion, der Glaube können dabei helfen oder dies erschweren. Um dieses geglückte Leben geht es in den kommenden Evangelien. Zu Fronleichnam steht der Gedanke im Mittelpunkt, dass Gott mit den Menschen einen Bund schließt, dass er verspricht, alles zu tun, damit wir unser Leben als ein geglücktes erfahren können.
Die Frage, was man am Sabbat tun dürfe, ist für Jesus die Gelegenheit, davon zu sprechen, dass der Sabbat für den Menschen da sei, seiner Erholung und Reifung dienen soll und nicht umgekehrt. Was aber tun wir alles am Sonntag, was vielleicht nicht dem Leben dient?
Geglücktes Leben ist im Reich Gottes möglich. Womit also dieses Reich vergleichen? Das Reich Gottes ist wie ein Mann, der sät und erntet. Es gleicht auch einem Senfkorn.
Geglücktes Leben ist uns von Geburt an verheißen, weil jedes Kind die Zusage hat, geliebtes Kind Gottes zu sein, so wie dies bei Johannes dem Täufer in besonderer Weise der Fall war.
Der Glaube an Jesus Christus als dem Sohn Gottes heilt die unter Blutungen leidende Frau und die Tochter des Jaïrus, damit sie Leben haben und es in Fülle haben.