Epistula

Hier finden sich regelmäßig Nachrichten aus der Unipfarre und die Veröffentlichung der aktuellen Predigtreihe. Dies hier ist aber auch ein Freiraum für eigene Beiträge. Wenn Du einen Text beitragen möchtest, ein Gebet, Gedanken, schreibe uns einfach an office@unipfarre.at

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Weg zum Leben

Der Weg nach Jerusalem ist für Jesus ein Weg, der zunächst in Gefangennnahme und Prozess mündet und schließlich zum Tod führt. Doch schließlich ist es ein Weg zum Leben. Der Gang nach Jerusalem erhält einen messianischen Einzug. Jesus schickt zwei seiner Jünger einen jungen Esel zu holen, auf dem er einreitet. Dass seine Jünger auch noch "Gesegnet sei der König" rufen, missfällt den Pharisäern sehr und sie wollen, dass Jesus das abstellt. Es ist deutlich, dass alles an der Kippe steht, sich eigentlich schon darüberneigt.

Am Palmsonntag lesen wir aus dem Lukasevangelium den Einzug, die Klageworte über Jerusalem, die Vertreibung der Händler aus dem Tempel und den Wunsch der Hohenpriester und Schriftgelehrten, Jesu umzubringen. Über dem Jubel der Jünger liegen schon die Schatten des Kommenden

Am Gründonnerstag beginnen wir mit der Bereitung des Pesachmahles. Dazwischen liegen bei Lukas einige auf das Ende hingerichtete Worte Jesu, der tagsüber lehrte und nachts am Ölberg betete. Auch durch ihn weerden die Schatten aufgezeigt. Der Beschluss Jesu umzubringen und der Verrat von Judas stehen direkt vor unserem Einstieg am Gründonnerstag. Der Weg nach Jerusalem erfüllt sich für den frommen Israeliten mit dem Mahl am Pesachfest. doch Jesus denkt weiter, merkt, dass seine Jünger nicht mitkommen, mit dem, was ihn bewegt, was seine Sendung ist und daher auch physisch in Distanz bleiben. Sie haben zunächst nicht teil an seinem weiteren Weg, auch wenn oder weil sie daneben-stehen, wie Petrus

Am Karfreitag nimmt alles seinen Lauf, bis zum bitteren Ende. Erst danach wird der Hauptmann Jesus als gerecht(gemachten) Menschen apostrophieren. und Josef  von Arimathäa ihm gerecht, weil er ihn bestattet.

Erst die Verkündigung der beiden Männern mit den leuchtenden Gewändern an die Frauen, dass Jesus auferstanden sei, dass er lebe und deshalb  nicht bei den Toten gesucht werden könne, hilft den Jüngern auf den Weg Jesu zurückzukehren und diesen als Weg zum (neuen) leben zu verstehen, aber das braucht noch viele Begegnungen Jesu mit ihnen.

Umkehr

Die Fastenzeit ist die Zeit der Einkehr, die Zeit in sich hineinzuhören, die Zeit in besonderer Weise auf Gott zu hören, um zur Umkehr zu kommen. Die Sonntagsgottesdienste stehen unter dem Thema Umkehr.
Am Aschermittwoch steht die (Selbst-)Verpflichtung im Vordergrund, die Zeit durch Fasten, Gebet, und (Almosen-)Geben zu verwenden. Am darauffolgenden Sonntag steht die Versuchung Jesu und unsere eigenen Versuchungen im Mittelpunkt. Man muss nicht jeder Versuchung erliegen. Wachsam darauf zu  achten, welche Versuchungen jede, jeder einzelne hat, kann uns helfen uns besser zu verstehen und zu klären, worauf wir in der Umkehr achten sollen.
Am 2. Fastensonntag wird Jesus verklärt, er erscheint in hellem weißem Licht. Doch Verklärung kann auch bedeuten, Geschehenes im Nachhinein besser sehen und darstellen zu wollen, als es eigentlich war. Wichtig ist also, sich dem ungeschminktem Sehen auszusetzen, vor den Realitäten nicht in eine heile Scheinwelt zu flüchten.
Die Umkehr ist für Jesus notwendig um nicht "umzukommen", um von Gott verschont zu werden. Im anschließenden Gleichnis vom Feigenbaum erbittet der Weingärtner eine Frist, dass sich  der Feigenbaum regenerieren und Früchte tragen kann. das ist tröstlich, gilt es doch auch uns.
Am 4. Fastensonntag ist das Gleichnis vom Barmherzigen Vater. Er versöhnt sich mit dem jüngeren Sohn, zugleich, vielleicht noch viel mehr braucht es auch die Versöhnung mit dem älteren Sohn. Es geht darum, mit sich und dem anderen ins Reine zu kommen. 
Der nächste Schritt ist die Vergebung. Sie impliziert auch, das Nicht-Mehr-Sündigen-Wollen. Keiner hat die Sünderin verurteilt, doch Jesus erwartet, dass sie von jetzt an nicht mehr sündigt. Welche Schritte setzen oder unterlassen wir, das unser Leben neu wird, wir umkehren? Umkehr geschieht im Herzen und zeigt sich im Leben.

Erwartungen

Kinder erwarten sich zu Weihnachten, Geschenke vielleicht noch vom Christkind, Erwachsene eine friedvolle Stimmung in der Familie, die Gläubigen die Geburt Jesu als den Beginn einer neuen Zeit. Doch zuvor muss noch das alte zu Ende gehen. Wir sind daher am 1 Adventsonntag noch mit endzeitlichen Texten konfrontiert.

Johannes ist aufgebrochen, weil das Wort Gottes an ihn erging, er solle Umkehr predigen. Wer sich aufmacht, muss sich dafür bereiten. Dann müssen auch alte Gewohnheiten aufbrechen, muss man bereit sein, sie hinter sich zu lassen.

Johannes ist nicht selbst der Messias, er bereitet dessen Ankunft nur vor. Am 3. Adventsonntag, dem Tag Gaudete, feiern wir diese Vorfreude.

Maria besucht Elisabeth, ihre Verwandte. Dieser Besuch zeigt die Erwartungen und die Freude. Johannes hüpft im Mutterschoß. Welche Besuche machen wir? Auf welche bereiten wir uns vor.

Jesus, der Heiland wird uns geboren. Die Erfüllung der Weissagung, der Verkündigung ist geschehen. Doch ist sie mit einer Überraschung verknüpft. Nicht ein starker, politischer Messias, sondern ein kleines Kind wird uns geboren.

Das wir auch am Sonntag Erscheinung des Herrn deutlich. Die Erwartungen der Sterndeuter ist eine andere, als die von Herodes. Wahrscheinlich sind sie alle überrascht, was sie in der Krippe vorfinden, wohin sie der Stern gebracht hat.

Mit der Taufe Jesu schließt der liturgische „Weihnachtskreis“. Gott bekennt sich zu seinem geliebten Sohn. Die Zweifel, so es sie gab, sind vorbei. Jesus ist der Messias.