Epistula

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Jänner 2020, März 2020

Bestätigung

Minister brauchen die Bestätigung durch die Angelobung, Regierungen durch Wahlen, wir wollen manchmal in unserem Tun bestätigt werden, durch Familie, Freundinnen, Kollegen. Jesus erfährt Zuspruch bei seiner Taufe. Nur für ihn sichtbar öffnet sich der Himmel, er sah den Geist Gottes und hörte eine Stimme, die ihn als den gleibten Sohn ausweist. Mit solcher einer Zustimmung lässt sich eine Mission, ein Auftrag gut starten. Viele wünschen sich, dass ihre Chefin, ihr Chef einmal zu ihnen sagt, "ich glaub an dich, du kannst es."

Am Sonntag darauf bezeugt Johannes, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Nochmals wird auf die Szene bei der Taufe angeknüpft. Nun verkündet Johannes, dass er auch nicht wusste, wer der Sohn Gottes sei, Gott selber aber hat ihm den Hinweis gegeben, wie er ihn erkenne. Das Zeugnis von Autoritäten, integren, wichtigen Personen ist viel Wert, um Menschen in ihren Funktionen zu akzeptieren, um selbst mit Selbstvertrauen an Sachen heranzugehen.

Bei den ersten Jüngerberufungen ist es der Ruf Jesu, der ihr Leben verändert. Erwarten wir manchmal einen Anruf oder einen Zuruf oder einen Aufruf, um zu verändern, was wir eigentlich immer schon ändern wollten, oder gibt es auch diese Veränderung aus dem Nichts heraus? So ein Ruf ist auch Bestätigung, ich traue dir zu, dass du dieses oder jenes kannst. Eigentlich schlummert in dir dies oder das, steh dazu.

Wir brauchen Bestätigungen in unserem Leben - deuten wir sie von Gott herkommend?

Ankunft, Anmarsch, Anbruch

Das Warten ist eine Spirituelle Haltung, aber auch ein Tun. Doch warten wir nicht immer, manchmal erwarten wir von anderen Menschen, von Politikern, von Situationen nichts oder nichts Positives. Am 1. Adventsonntag hören wir, dass die Menschen nicht mit der Sintflut  rechneten - außer Jona. Wer von uns erwarten schon die Ankunft des Endes der Welt? Doch kann uns ein bewußtes Warten, auch wenn man nicht weiß worauf, vor mancher Überraschung bewahren.
Johannes der Täufer ist erwartet, in der damaligen Zeit lag es "in der Luft". Doch verweist er auf einen anderen, der noch zu erwarten ist. Dieses eRwarten ist mit Umkehr verbunden, mit einer spirituellen Ausrichtung.
Wer jemanden erwartet, hat auch mehr oder weniger konkrete Erwartungen. So fragt Jesus am 3. Adventsonntag drei Mal "was habt ihr denn sehen wollen?" Was erwarten wir zu Weihnachten? Kennen wir unsere Sehnsüchte, Hoffnungen und Erwartungen oder müssen wir sie erst aus den tiefen unserer Seele hervorholen?
Die zusage erfolgt am 4. Adventsonntag an Josef, Maria wird einen Sohn gebären. Er ist im "Anmarsch". Die Erfüllung feiern wir in der Christmette. Damit aber ist auch der Anbruch eines neuen Zeitalters verbunden.

Was kann ich tun?

Was kann ich tun, um besser, glücklicher zu leben? Was kann ich tun, um das ewige Leben zu erlangen? Wenn wir an Gottes Wirken, also seine Gnade denken, dann stellt sich die Frage, was unser Beitrag sein muss.
An Allerheiligen denken wir an jene, die ihren irdischen Weg schon beendet haben. Was haben sie getan, was hat sie geleitet? In dem ersten Johannesbrief lesen wir nüchtern, dass das nicht zu wissen ist. Was wir sein werden, ist noch nicht offenbar, wie also dann sich danach richten? Doch sollten wir wohl darauf schauen, was für Begabungen und Fähigkeiten wir haben. Für jede einzelne können wir seliggepriesen werden. Alle zusammen helfen uns hier besser zu leben
Doch sollte der Blick nicht nur unseren Talenten gelten, sondern auch unseren Schwächen. Mancher ist klein wie der Zollpächter Zachäus, an Statur und an Bedeutung. Jesus nimmt ihn so an, wie er ist, und deshalb kann Zachäus über sich hinauswachsen. Er wird frei.
Die Sadduzäer fragen Jesus, wem die Frau gehören wird, die siebenmal verheiratet war. Wem gehören wir, für wen brennen wir? Wenn wir an diesem Sonntag, dem 10.11. der Novemberpogrome gedenken, kann die Frage nach den Fehlgeleiteten, den Mitläufern oder überzeugt (böse) Handelnden nicht ausbleiben.
Die Menschheitsgeschichte ist voll von schlimmen Zeiten. Was ist dann zutun? Jedes Jahr am Ende des Kirchenjahres stellen uns die Texte im Gottesdienst vor diese Frage, was ist zu tun, wenn es noch schlimmer kommt? Von Naturkatastrophen bis zu menschlich verursachten Umwelt- und Klimakatastrophen oder Finanzkrisen haben wir schon vieles erlebt und werden wir noch manches erleben. Teilweise ließe sich gegensteuern – vorher.
Die Botschaft Jesu ist klar: anders leben und anderes leben. Das wäre die Antwort. Er ist der Messias und nicht der König der Juden. Wir feiern ihn als den Christkönig. Wie zeigt sich das in unserem Leben, Handeln, Sprechen?