Epistula

Wir haben unsere "epistula" von Print auf Online umgestellt. Hier finden sich regelmäßig Nachrichten aus der Unipfarre und die Veröffentlichung der aktuellen Predigtreihe. Dies hier ist aber auch ein Freiraum für eigene Beiträge. Wenn Du einen Text beitragen möchtest, ein Gebet, Gedanken, schreibe uns einfach an office@unipfarre.at

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Ent-lohnung?

Die Vorsilbe „ent-“ deutet uns an, dass es um „weg“, „fort“ oder „heraus“ geht. Wir könnten bei Entlohnung die Konnotation mitdenken, dass hier etwas abgezahlt wird, dass man damit quitt wäre. Der eine gibt Arbeit, der andere Lohn für Stundenarbeit. Manchmal unterscheidet man zwischen Lohn bei Arbeitern und Gehalt bei Angestellten. Die einen sind durch das Geld aus dem Arbeitsvertrag draußen und erhalten dann einen neuen Vertrag, oder auch nicht, bei den anderen ist das Wort „halten“ inkludiert, man will den Mitarbeiter behalten.
In den 4 nächsten Sonntagsevangelien geht es um Formen von Lohn. Im Gleichnis des Verwalters, der sich Arbeiter für seinen Weinberg dingt, denken die einen an gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Der Verwalter, Gott hat ein anderes Denken, er will nicht auszahlen, sodass sie weg sind, er will sie an sich binden, theologisch, dass sie ewig bleiben.
Im Gleichnis der beiden Söhne, die vom Vater einen Auftrag bekommen und der eine sagt, er macht es, tut aber nichts, und der andere es ablehnt, aber dann doch tut, wird in der Auslegung Jesu deutlich, dass es nicht um ein vordergründiges Tun geht. Das würde bloß Entlohnung nach sich ziehen. Es geht um die Haltung des Verbundenbleibens mit dem Vater, den Aufgaben oder, wie es in der dazugehörenden Lesung des Propheten Ezechiel heißt, um das Bewahren des Lebens.
Die Pacht der Winzer, die sie dem Gutsherrn bezahlen sollten, wollen sie nicht leisten und sind zu jeder Gewalttat bereit. Der Gutsherr aber legt eine schier unendliche Geduld an den Tag. Auch hier scheint das Motiv der Entlohnung und dem des Behaltens gegenüberzustehen. Die Winzer wollen sich befreien, der Gutsherr sie binden. Das wird zum Bild für Gottes Geduld mit uns und unseren Schwächen, zum Bild für eine Liebe die weit vom Gedanken einer Entlohnbarkeit entfernt ist.
Die Gäste zum Hochzeitsmahl lohnen die Einladung nicht, sie erscheinen nicht, entschuldigen sich. Einer, der kommt, hat nicht die richtige Kleidung, nicht die Haltung. Vielleicht will er sich nur holen, von dem er denkt, dass es ihm zusteht: einen Entlohnung für das Kommen. Damit aber versteht er die Intention des Königs radikal falsch. Überfluss ist Gabe der Liebe und nicht Lohn.
 

stärkender Glaube

Nach Pfingsten, wir haben den Geist Gottes empfangen, erfahren wir einen gestärkten Glauben. Wir können das Fest des Geheimnisses der Dreifaltigkeit feiern. In den Texten wird uns als Gottes Gaben für uns Gnade, Liebe und Gemeinschaft vorgestellt. Auch das kann uns helfen, diesen einen Gott in den drei verschiedenen Wesensarten besser zu verstehen. Paulus jedenfalls grüßt die Gemeinde in Korinth mit dem Wunsch, dass die Gnade Christi, die Liebe Gottes (des Vaters) und die Gemeinschaft des Geistes Gottes mit ihnen sei. Was können sie dann noch mehr gebrauchen? Zu Fronleichnam erfahren wir die Einheit im Brot. Die Eucharistie selbst stärkt unseren Glauben und der Glaube an die Präsenz Jesu Christi in Leib und Blut stärkt uns als Christinnen und Christen. So gestärkt können wir im darauffolgenden Sonntag die Ernennung der Zwölf Apostel und ihre Sendung auch als unsere eigene verstehen. Immer neu den geschützten Raum der Kirche und Gemeinde zu verlassen und den Glauben an Gott, an Jesus Christus zu verkünden.

innere Feinde

Die Erfahrung der Jünger und der ersten christlichen Gemeinden, dass man bei besten Versuchen doch auch straucheln kann, manche Dinge tut, die im Verborgenen bleiben sollen, man die „eigene Seele verkauft“ ist uns auch geläufig. Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit ist gefragt, und wird von Gott wertgeschätzt. So wie wir uns davor hüten müssen, das Falsche zu tun, so lehren uns die Texte des nächsten Sonntags, kann auch die Bequemlichkeit, die Unterlassung uns von Gott trennen. Wenn man im Glauben gewachsen und gereift ist, kommen dann die inneren Feinde, die uns schwach werden lassen. Auch darauf gilt es in unserem Leben zu achten.