Gebote

Jesus fordert radikale Trennung von den Dingen, die uns verführen. Das Wort vom Mühlstein um den Hals, das Abhacken der Hand oder des Fußes, das Ausreißen des Auges, all das klingt radikal und unerträglich. Dieses scheinbar unmenschliche Gebot kann durch unsere eigenen Erfahrungen eine neue Deutung erhalten. Es ist leichter uns von dem, was uns „verführt“ ganz zu trennen, als zu meinen, wir müssten nur besser achtgeben, wir könnten uns irgendwie arrangieren.
Das Gebot des darauffolgenden Sonntags ist das Gebot des Beisammenbleibens. Gott hat man und Frau geschaffen, sie sollen sich nicht wieder trennen. Die Treue zum eigenen Weg, mit allen Schwierigkeiten und Hindernissen ist so wie ein Kind anzunehmen, von dem man nicht weiß, wie es sich entwickeln wird, wohin es gehen wird. Das Kind also um seiner selbst willen annehmen.
Dem Beisammenbleiben steht das Gebot gegenüber loszulassen, die eigenen Talente, Hab und Besitz. Das fällt manchen sehr schwer. Das Geschenk dafür ist das Himmelsreich, geglücktes Leben hier und jetzt. Was gilt es loszulassen, um frei zu werden für das wichtige im Leben.
Unsere Verantwortung in der Gesellschaft kann man nicht wahrnehmen, indem man sich um die vordersten Plätze streitet, sie realisiert sich nur im Dienst. Doch ist nicht all unser Tun auch ein Dienst, eine Hilfe für andere, manchmal dienen wir nur uns selbst, unseren Egoismen. Jesus erwartet ein selbstloses Dienen. Schaffen wir es, auch dieses Gebot ernst zu nehmen?