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Halloween :: Allerheiligen
In den letzten Jahren habe ich den Eindruck gewonnen, dass der Hype um Halloween etwas weniger wird und sich „verdünnt“. Aber heuer, scheint mir, ist es wieder anders. An allen Ecken und Enden wird für Halloween geworben. Wer nicht mitmacht, ist „aus der Zeit gefallen“ und etwas altmodisch.
Im Hintergrund läuft eine riesige Werbemaschinerie, die gut weiß, wie man Leute einfängt. und die Kassen zum Klingen bringt. Es geht bei Halloween (auch) um immense wirtschaftliche Interessen.
Dazu kommt heuer noch ein weiteres Element. Es gibt Aufrufe in den sozialen Medien, die Halloween-Nacht für Gewalt und Randale zu nützen, auf die Straße zu gehen, Lärm zu machen. Und das im Schutz von Verkleidung und Vermummung.
Wir als katholische Kirche feiern Allerheiligen. Und viele sagen: Das passt ja eh recht gut zusammen. Die Geister der Verstorbenen prägen diese Tage, bei Halloween und auch an Allerheiligen. Dümmer geht’s nicht.
Was ist der Hintergrund von Halloween? Halloween geht wahrscheinlich auf das keltische Fest Samhain zurück. Samhain hat das Ende der Erntezeit und den Beginn des Winters markiert. Die Wurzeln reichen also über 2.000 Jahre zurück.
Die Kelten haben geglaubt, dass in der Nacht vom 31. Oktober die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und der Toten besonders durchlässig sei. Deshalb wurden Feuer entfacht und Masken oder Verkleidungen getragen, um böse Geister abzuschrecken oder unerkannt zu bleiben.
Später, mit der Christianisierung, hat man die bestehende Tradition mit dem Fest Allerheiligen am 1. November verbunden. Der Abend davor wurde auf Englisch „All Hallows' Eve" genannt, „Allerheiligen-Abend“. Und daraus ist schließlich das Wort Halloween entstanden. Aber der Inhalt ist ein gänzlich anderer.
Nicht die Geister, die unheimlich sind und die uns Angst machen, bilden das Zentrum, sondern das Leben von Menschen, die auf dem Weg in das neue Leben sind. Menschen, deren Leben schon umfangen ist von der alles heilenden Liebe Gottes. Da braucht es keine Angstmacherei mehr, keine Unheimlichkeiten, die erschrecken. Erst recht keine Gewalt. Da bleibt nur eines: Ein dankbares Staunen, dass es bei Gott nicht geistert. Dass bei Gott Ängste genommen und nicht produziert werden.
Dass es bei Gott nicht „Süßes oder Saures“ gibt. Bei Gott gibt es letztlich nur Süßes. Sicher auch eine Reinigung, die das Saure im Leben wandelt und heilt. Aber das Ziel ist der volle Geschmack einer Freude, die das Leben hier auf der Erde nicht geben kann.
Das biblische Buch der Offenbarung zeichnet ein Gegenbild zu den unheimlichen Gestalten der Halloween-Nacht. Es ist eine unzählbare Schar von Menschen, die ausgerichtet ist nicht auf Straßenlärm, sondern auf die Herrlichkeit Gottes, und die weiß gekleidet sind, weil ihr Leben positiv ausstrahlt, weil sie innerlich heil sind. Sie sind keine dämonischen Wesen, die Furcht und Panik auslösen. Sie lassen Frieden erleben. Diesem Bild wollen wir nachstreben. Uns wie die Heiligen von Gott heilen lassen, damit unser Leben ausstrahlt. Denn: Ein Fasching im Jahr ist genug.
Jakob Bürgler
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Datum: 31.10.2026
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